Natürliche Familienplanung - einbisschenschwanger

Natürliche Familienplanung

Der Zeitpunkt ist entscheidend!

Wenn man sich dazu entscheidet, dass der richtige Zeitpunkt für ein Kind gekommen ist, macht es Sinn zumindest zu wissen, wann eine Empfängnis überhaupt theoretisch möglich ist.
Natürlich ist das nicht so wichtig, wenn man sowieso alle 2-3 Tage Sex hat…aber gehört man nicht zu den Paaren, die hier so aktiv sind, macht es schon Sinn sich über den richtigen Zeitpunkt klar zu sein.

Grundsätzlich müssen sich die Spermien und die Eizelle gleichzeitig im Eileiter treffen, damit die Chance auf eine Schwangerschaft besteht. Dabei kommt es auch bei idealen Voraussetzungen (also Sex zur perfekten Zeit und bei beiden Partner gibt es keine Einschränkungen) nur bei 20-30% der Zyklen zu einer Empfängnis. Dies macht schon deutlich, dass es selbst bei Paaren ohne Probleme mit der Fruchtbarkeit eine Weile dauern kann, bis sich der zweite Strich auf dem Schwangerschaftstest zeigt.
Allerdings sind nach 6 Monaten mit regelmäßigem Sex um den Eisprung herum bereits etwa 60% der Paare schwanger…nach 12 Monaten sind dann etwa 85% der Frauen schwanger.

Natürlich kann man die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden verbessern, wenn man genau weiss, wann der Eisprung sein wird und die Tage vorher für ausgiebige gemeinsame Stunden nutzt.

Wichtig ist, dass der Sex vor dem Eisprung stattfinden muss, denn die Eizelle ist nur etwa 24 Stunden lebensfähig und die Spermien müssen ihren Weg in den Eileiter auch erst einmal finden.
Die Spermien selbst leben etwa 48 Stunden, wobei es aber auch dazu kommen kann, dass Spermien deutlich länger auf dem Weg zur Eizelle überleben (teilweise sogar bis zu 4 Tage).
Es macht also Sinn auch schon etwas früher Sex zu haben.

Schau dir hier das Video zum Thema Natürliche Familienplanung und Ovulationstests an: 

Die Basaltemperatur

Die Basaltemperatur kann im Monatsverlauf zeigen, wann ein Eisprung stattfindet. Als Basaltemperatur gilt dabei, dass die Temperatur ohne vorherige Aktivität (also vor dem Aufstehen) gemessen wird.
Als Messort wird die vaginale (oder rektale) Messung empfohlen, da diese weniger Störungsanfällig sind, als eine Messung der Temperatur im Mund.

Über den Verlauf der Basaltemperatur kann man dann eine Aussage über den Zeitpunkt des Eisprunges machen. Denn etwa 1-2 Tage nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur etwa um 0,4 Grad. Dieser Anstieg wird durch die Produktion von Progesteron in den Eierstöcken hervorgerufen.

Beobachtete man so seinen Zyklus über mehrere Monate, kann man eine gute Vorhersage der fruchtbaren Tage vornehmen.

Für die Messung der Temperatur gibt es heute bereits Thermometer, die die Temperatur anschließend in ein Zyklusblatt (in einer App) eintragen.
Natürlich kann man sich auch einfach Zyklusblätter ausdrucken und mit einem normalen Basaltemperatur-Thermometer messen.

In den Shopping-Tipps findest du einen Link zu beiden Möglichkeiten.

Der Zervixschleim

Zusammen mit der Messung der Basaltemperatur, ist die Beobachtung des Zervixschleims ein relativ verlässlicher Indikator für die Bestimmung der fruchtbaren Tage.
Der Zervixschleim kann durch das einfache Streichen mit einem Finger durch die Scheide gewonnen werden und lässt sich nach 4 Merkmalen auswerten:

Farbe?
Der Schleim kann weiß, gelb oder klar wie z.B.: Eiweiss sein.

Menge?
Es ist möglich gar keinen Schleim, viel oder wenig Schleim zu finden. Hier kann man die Unterschiede mit der Zeit natürlich besser beurteilen.

Konsistenz?
Der Schleim kann dünn- oder dickflüssig sein.

Dehnbarkeit?
Die Dehnbarkeit, manchmal auch Spinnbarkeit des Zervixschleims, ist einer der Hauptfaktoren für die fruchtbare Zeit.

Nach der Regelblutung verschließt ein Schleimpfropf den Muttermund. Durch den Einfluss des Östrogens entsteht in der nächsten Woche ein dickflüssiger weißer Schleim, der teilweise auch gelblich aussehen kann.
Um den Eisprung herum verändert sich der Schleim dann deutlich, er wird klarer und die Menge nimmt zu. Diesen Schleim kann man zwischen den Fingern „ausspinnen“, dass heißt der Schleim zieht Fäden, wenn man z.B. Daumen und Zeigefinger benetzt und dann die Finger schließt und wieder öffnet. Dieser klare, spinnbare Zervixschleim bietet optimale Voraussetzungen für die Spermien um zur Eizelle zu gelangen.
Nach der fruchtbaren Phase wird der Schleim wieder dickflüssig und man kann ihn nicht mehr zwischen den Fingern ausspinnen.

Der Muttermund

Der Muttermund kann als dritter Indikator bei der natürlichen Familienplanung beobachtet werden.

Mit etwas Übung kann man den Muttermund z.B. wenn man sich in die Hocke setzt, ertasten.
Im Verlauf des Zyklus ragt der Muttermund dann entweder weit in die Scheide hinein und fühlt sich hart und verschlossen an, dies ist am Anfang und am Ende des Zyklus der Fall.
Während der fruchtbaren Zeit zieht sich der Muttermund zurück, er wird weich und öffnet sich etwas. So ist es dann den Spermien möglich, den Muttermund zu passieren und so die Eizelle in den Eileitern zu erreichen.

Literatur / Quellen

Der Zeitpunkt ist entscheidend.

Endokrinologie und Reproduktionsmedizin 3
Herausgeber K. Diedrich
Urban und Schwarzenberg 4. Auflage
S.23 Abb. 1-23 Überblick über die Spermatozoenpassage

Das Kinderwunsch-Buch
IVF, Naturheilkunde, Homöopathie und TCM bei unerfülltem Kinderwunsch
Autoren: Michael Teut, Beate Maul, Thomas Rampp und Franciscos Sulistyo
KVC Verlag
S. 27 ff.