Die Kryos der 2. ICSI – Blutgerinnungsdiagnostik und endlich wieder Hoffnung - einbisschenschwanger
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Was für ein Glück, dass auch im 2. ICSI Versuch Eizellen eingefroren werden konnten. Mir war klar, dass das alles andere als normal ist und wir wirklich sehr dankbar sein können, nicht gleich wieder einen Frischversuch starten zu müssen. Nachdem unsere Erfahrungen mit der „Koryphäe“ der Klinik nicht sehr überzeugend waren, sind wir wieder zurück zu unserem zweiten Arzt gewechselt. Auch wenn er weiterhin keine neuen Ideen für unsere Behandlung hatte, so war seine Art wenigstens kooperativ und ich fühlte mich bei ihm wohl. Wir planten also gleich im Anschluss an den Frischversuch den nächsten Kryotransfer und so konnte es im Mai schon wieder weiter gehen. Diesmal gab es auch eine Premiere: Unsere erste Blastozyste! 

Bisher hatte kein Embryo sich so gut entwickelt und meine Hoffnung, das dies ein gutes Zeichen ist, war groß. Gerade der Umstand, dass unsere Embryonen in der Entwicklung bisher immer etwas zu langsam waren, machte mir Sorgen. Lag es daran, dass so viele meiner Eizellen eine schlechte Qualität hatten? War ich mit 35 Jahren einfach schon zu alt? Oder lag es an der Genetik? Natürlich verunsicherte mich das schlechte Ergebnis der Polkörperdiagnostik zusätzlich. Wenn 4 von 5 Eizellen ein Problem mit der Genetik haben, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, das eine der übrigen 3 nicht untersuchten Eizellen ok ist? 

Hier kannst Du dir die Podcastfolge anhören:

Der richtige Embryo?

So viele Fragen und keine Antworten. Eines war aber klar, wir würden keine weitere genetische Untersuchung der Eizellen machen lassen. Da auch die untersuchte, genetisch einwandfreie Eizelle, sich nicht gut entwickelt hatte, lag es vielleicht doch nicht an der Genetik. Außerdem waren wir nicht davon überzeugt, dass die Prozedur der Polkörperbiopsie wirklich keine negativen Auswirkungen auf die Embryonen hat. Zu diesem Zeitpunkt haben wir gedacht, dass es wohl einfach bisher nicht der richtige Embryo war. Diese Aussage bekommt man immer wieder zu hören, wenn irgendwas im Bereich der künstlichen Befruchtung nicht so richtig glatt laufen will. Also hofften wir weiter, auf DEN richtigen Embryo, der sich endlich richtig einnisten will und sich dann auch gut weiterentwickelt und dann endlich bei uns bleibt. An dieser Stelle fühlte sich diese Hoffnung aber nicht mehr zuversichtlich und optimistisch an, wie es am Anfang der Fall war. Die Hoffnung hatte sich langsam aber sicher gewandelt. Von der Hoffnung auf etwas, dass bestimmt bald passiert, zu der Hoffnung auf ein Wunder. 

Mein Gefühl war an dieser Stelle schon weiter als die Fakten, die die Behandlung uns bisher geliefert hatte. Irgendwas sagte mir, dass es eine Wahrheit gibt, die wir noch nicht gefunden haben. Das es Gründe dafür gibt, das es bisher nicht geklappt hat. Ich wollte nicht glauben, dass es einfach nur ein „Zufall“ ist. 

Weiter nach Schema F

Und doch machten wir erstmal weiter wie bisher. Im Mai konnten wir also unsere erste, wunderschöne Blastozyste abholen. Sie war schon dabei aus ihrer Hülle zu schlüpfen und war damit bereit, es sich in den nächsten 24 Stunden in meiner Gebärmutterschleimhaut gemütlich zu machen. 

Wir starteten also wieder in die zermürbende Warteschleife. Da ich beim Transfer wieder Brevactid (HCG) gespritzt hatte, startete ich diesmal früher mit einer Testreihe, um wirklich sicher sein zu können, dass das HCG von der Spritze schon abgebaut worden war. Da unsere Blastozyste schon gut entwickelt und eigentlich bereit für eine Einnistung war, hoffte ich sehr, dass ich vielleicht schon früher eine deutlichere Veränderung auf dem Schwangerschaftstest sehen kann. Leider passiert hier nicht viel. Das HCG von der Bevactid-Spritze ist nach wenigen Tage wieder abgebaut, doch dann sind die Tests erstmal weiß wie die Wand. Ich bin enttäuscht. All die Hoffnung, dass es mit einem gut entwickelten Embryo nun endlich besser laufen würde, bröckelte Tag für Tag dahin. 

Bluttest ja oder nein?

Auch wenn es sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema Schwangerschaftstests gibt und auch wenn die Tests am Morgen mich dieses Mal auch runtergezogen haben. Es war für mich immer wichtig, mich auf die Enttäuschung schon frühzeitig vorbereiten zu können. Die Zuversicht und die Hoffnung, die sonst am Tag des Bluttests wie eine große Seifenblase zerplatzen würde, konnte so schon Tag für Tag ein bisschen weniger werden. Für mich war es so immer leichter, mich auf die Situation einzustellen. 

Und gerade bei diesem Transfer, mit meiner ersten Blastozyste, war auf den Schwangerschaftstests so gar keine Veränderung zu sehen. Die letzten Tage vor dem Bluttest hörte ich dann auch auf zu testen, da alle anderen Tests zu diesem Zeitpunkt schon längst eine zweite Linie gezeigt hatten. Um zu entscheiden, ob ich überhaupt zum Bluttest gehen soll, machte ich am Tag des Bluttests morgens noch eine Test. Und hier sah man nun doch eine ganz leichte zweite Linie, aber leider noch weniger als beim Frischversuch. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines guten Wertes sehr gering war, fahre ich also in die Klinik und lass den Bluttest machen. 

Und wieder ein enttäuschendes Ergebnis

Zu meiner Überraschung bekomme ich dann am frühen Nachmittag einen Anruf und die Sprechstundenhilfe gratuliert mir zur Schwangerschaft. Ich bin etwas verdutzt, ein guter HCG-Wert war wirklich unwahrscheinlich. Ein so leichter Strich auf einem sensiblen Frühtest (10mIE/ml) deutet eher auf einen Blutwert im Bereich von 10-30mIE HCG hin. Da an diesem Tag aber ein Wert von 57-140 normal wäre, glaubte ich nicht an eine intakte Schwangerschaft. 

Ich fragte die Sprechstundenhilfe also nach dem genauen Wert und dieser lag bei 25, also ein gutes Stück unterhalb des Normbereichs. Ich hätte mir an dieser Stelle gewünscht, dass man mir sagt, dass es eine Einnistung gab, dass eine intakte Schwangerschaft aber leider wegen des niedrigen HCG-Wertes nicht sehr wahrscheinlich ist. Vielleicht meinte die Sprechstundenhilfe es aber einfach nur gut, und sie glaubte wirklich daran, dass ich schwanger bin. 

Für mich bestätigte der Wert aber nur meine Befürchtung, das es wieder nur eine kurze Einnistung gegeben hatte. Die nächsten zwei Tage machte ich noch einen Schwangerschaftstest, doch der zweite Streifen blieb nur ein Schimmer. Den zweiten Bluttest ließ ich diesmal ausfallen. Ich brauchte keine weitere Bestätigung, dass es wieder nicht geklappt hatte. Ich setzte wie immer die Medikamente ab und wartete auf die nächste Regel. 

 Ich war frustriert. Was war bei uns los?? 

Die Gerinnungsdiagnostik

Es muss doch einen Grund dafür geben, dass sich die Embryonen immer wieder einnisten, doch das sie einfach nicht bleiben wollen. Beim nächsten Beratungsgespräch verlange ich dann eine Veränderung der Behandlung. Ich hatte viel über weitere Faktoren in der Behandlung gelesen und besonders das Thema der Gerinnung kam mir sehr plausibel vor. 

Gibt es ein Problem mit der Blutgerinnung der Frau, kann es dazu kommen, dass die kleinen Kapillaren des Embryos während der Einnistung verstopfen und der Embryo somit nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann. Diese Problematik passte aus meiner Sicht zu unserer Symptomatik und dies erklärte ich so auch meinem Arzt. 

Natürlich hätte ich mir eher vorgestellt, dass unser Arzt es uns erklärt und uns die Untersuchung der Gerinnung empfiehlt oder vorschlägt. Seine Reaktion war aber sehr verhalten. Er meinte er kennt sich in dem Bereich nicht sehr gut aus und er kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass wir hier etwas finden werden. So oder so, an diesem Punkt ist mir egal, was der Arzt meint und ich bestehe vor einem weiteren Kryotransfer auf die Gerinnungsdiagnostik. 

Um die letzten Monate hinter uns zu lassen und endlich wieder etwas positive Energie zu tanken fahren mein Mann und ich in den Urlaub. Die kleine Zwangspause für die Gerinnungsdiagnostik kommt gerade richtig und eigentlich hätten wir diese Pause (und auch die Untersuchung) schon viel früher machen sollen. Im Urlaub erreicht uns dann auch der Anruf von unserem Arzt und er überbringt uns mit einiger Verwunderung die Nachricht, dass wirklich etwas gefunden wurde. Mein Protein Z Wert ist zu niedrig und ich soll nun ab dem nächsten Transfer neben niedrigdosiertem Aspirin auch Heparin spritzen. Endlich kommt Bewegung in unsere Behandlung! 

Bei weiteren Recherchen erfahre ich, dass ein zu niedriger Protein Z Wert zu einer verstärkten Thromboseneigung führt. Im Falle einer Schwangerschaft kann dieser Umstand besonders während der Einnistung und um die 8./9. Woche bei der Ausbildung der Plazenta zu Problemen führen. Die Folge kann eine Plazentainsuffizienz (also eine schlechte Ausbildung der Plazenta) und dadurch eine mangelhafte Versorgung des Embryos mit Nährstoffen und Sauerstoff sein. Daraus können dann auch Fehlgeburten resultieren. 

Der zweite Kryotransfer

Mit diesem neuen Ergebnis kann ich den nächsten Kryotransfer nun kaum noch erwarten und wir hoffen sehr, dass wir nun endlich den Grund für unsere Probleme gefunden haben. So planen wir also gleich nach dem Urlaub den letzten Kryotransfer der zweiten ICSI. Leider bleibt von den letzten beiden eingefrorenen Embryonen nur eine Morula am fünften Tag übrig. Doch wir hoffen trotzdem, dass es diesmal klappt. Bisher bin ich auch mit nicht so tollen Embryonen schwanger geworden und ich habe viel darüber gelesen, dass die etwas langsamere Entwicklung nicht unbedingt heißen muss, dass es keine Chance gibt. 

Endlich wieder (fast) schwanger

Und zu unserer Freude gibt es auch diesmal einen positiven Schwangerschaftstest und endlich sind auch die Werte des Bluttests zumindest im Normbereich. Beim ersten Test liegt der Wert an PU+16 bei 169 und der zweite Test liegt dann an PU+19 bei 530. Auch wenn der zweite Blutwert nicht ideal ist (der Normbereich wäre hier bei 626-1384), hoffe ich darauf, dass diesmal alles gut läuft. Ich mache wie immer eine Testreihe, um zu schauen, wie sich der HCG-Wert entwickelt. Die ersten Tage sieht auch alles gut aus, doch einige Tage später ist der Schwangerschaftstest wieder etwas blasser als am Tag zuvor. Ein schlechtes Zeichen. Auch wenn ich hoffe, dass es einfach nur ein „schlechter“ Schwangerschaftstest ist, fahre ich zu meiner Frauenärztin und lasse einen Ultraschall und einen Bluttest machen. Im Ultraschall vermutet sie an einer Stelle vielleicht eine Fruchthöhle, doch der Bluttest macht dann alle Hoffnung wieder zunichte. Der HCG Wert ist in den letzten Tagen nur auf 700 gestiegen und damit ist klar, dass es auch diesmal nicht sein soll. Also wieder das alte Spiel: Medikamente absetzen und warten - auf den nächsten ZT1. So endet also unser 2. ICSI Zyklus. War es diesmal wieder nicht der „richtige Embryo“? Oder übersehen wir etwas?

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